Die Chronik von Leppersdorf 

Das Dorf wurde erstmals in zwei Urkunden aus den Jahren 1375 und 1393 erwähnt. Darin verschrieb Hans, Burggraf von Wittin, Leppersdorf seiner Gemahlin Elisabeth zum Leibgedinge. In den Akten des Domstiftes zu Meißen ist der Ort jedoch noch nicht beschrieben. Der Grund könnte darin zu suchen sein, dass zu dieser Zeit noch keine Kirche vorhanden war und der Ort nicht zu den Kirchdörfern zählte.

 

Es ist anzunehmen, dass der Ort von Deutschen gegründet wurde. Die früher größtenteils morastige Lage und die zu große Entfernung von der Heerstraße lassen diese Vermutung zu.

 

Viele Teiche gewährten den Bewohnern Arbeit und Unterhalt. Die Kurfürstlichen Teiche wurden von kurfürstlichen Fischmeistern verwaltet. Der Ort selbst entwickelte sich aus diesem Grunde sehr schnell. Im Jahr 1551 lebten 25 Anspänner und 11 Häusler im Ort. Im Jahre 1754 besaß das Dorf 32 Güter mit 34 Hufen.

 

 

 

Der Bau der Kirche könnte bald nach den Hussitenkriegen erfolgt sein, denn auf einer alten Tür fand man die Jahreszahl 143?. Die letzte Zahl fehlt leider. Man muss annehmen, dass vorher nur eine Kapelle stand, die von den Hussiten zerstört wurde.

 

Im 30-jährigen Krieg litten die Bewohner des Dorfes besonders unter der Pest. Bereits 1631 wurde Leppersdorf von ihr ergriffen. Die Bewohner, die von ihr noch verschont blieben, verließen eiligst das Dorf aus Furcht, von ihr angesteckt zu werden.

 

Ende 1635 war das Dorf verödet und leer. Neben der Seuche dürften aber auch die räuberischen Einfälle der Kaiserlichen Truppen dafür nicht unerheblich gewesen sein. Nach und nach fanden sich frühere Einwohner wieder ein, um auf den Trümmern ihrer einstigen Habe das Dorf wieder aufzubauen. Am 2. Juli 1785 wurde das Erbgericht ein Raub der Flammen.

 

In der Mitte des 19. Jahrhunderts lebten etwa 740 Einwohner im Dorf. Es bestand aus 120 Katasternummern, 32 Bauerngütern, darunter ein Erbgericht, 13 Gärtnernahrungen, 69 Häusler, 2 Mühlen und 2 Schankstätten. Im Ort arbeiteten viele Bewohner als Leineweber. Einige waren sogar Arbeitgeber, die ihre Produkte entweder im Dorf selbst oder auch auswärts weben ließen. Zwei Schmiede, ein Stellmacher, ein Seiler, ein Böttcher, zwei Schneider, ein Schuhmacher, Maurer und Zimmerleute, drei Kramläden vervollständigen die Aufzählung.

 


 

Alte Ansichtskarte von 1936 - Dorfansicht damals ...

 

 

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Bewohner von Leppersdorf als Bau- und Industriearbeiter in Radeberg und Umgebung beschäftigt. In Leppersdorf selbst entstand im Jahr 1897 u. a. die noch heute produzierende Lederwarenfabrik M. Thielemann GmbH.

 

Ab 1990 erfolgte, bedingt durch die politischen Veränderungen, die wirtschaftliche Umstrukturierung des Dorfes. Mit dem Niedergang der bisher dominierenden Landwirtschaft und der Schaffung neuer Arbeitsplätze mit der Ansiedelung eines hochmodernen Milchverarbeitungswerkes sowie eines traditionsreichen Leuchtenherstellers wandelte sich die wirtschaftliche Infrastruktur grundlegend, Kleingewerbe ließ sich nieder.

 

          ... und aus der gleichen Perspektive heute ...                             

 

In dieser Zeit begannen auch in Leppersdorf umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen.

So konnte das gesamte Straßennetz des Ortes grundhaft saniert werden. Leppersdorf erhielt eine komplette neue Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlage. Gleichzeitig mit der Entstehung eines neuen Wohngebietes konnte auch schrittweise mit der Sanierung der historischen Altbausubstanz im Ort begonnen werden. In den Jahren 1993/94 entstanden eine neue Kindertagesstätte und eine Schulturnhalle. Im Jahr 1999 konnte ein neues Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden.

 

 

 

Verkehrslage:
Links der alten Poststraße

Dresden-Radeberg-Pulsnitz-Kamenz

(heute S 95),

Autobuslinie

Dresden-Radeberg-Leppersdorf-Pulsnitz,

Autobahnabfahrt (BAB A 4),

Abfahrt Pulsnitz.

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