Foto: Stephan Bratek Geralt / Pixelio.de

Thema: Egoismus

 1. a) (Haltung die gekennzeichnet ist durch das) Streben nach Erlangung von Vorteilen für die eigene Person, nach Erfüllung der die eigene Person betreffenden Wünsche ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer, Selbstsucht, Ichsucht, Eigenliebe

    b) (Philosophie) Lehre, Anschauung, nach der alles, auch das altruistische Handeln, auf Selbstliebe beruht

2. Egoistische Verhaltensweisen

(Quelle: Duden)

 

 

 

 

 

 

Egoismus heißt nicht leben, wie man zu leben wünscht;

es heißt, von anderen zu verlangen, dass sie so leben, wie man es wünscht.

(Oscar Wilde)

 

Egoismus (griechisch/lateinisch ego ‚ich‘) bedeutet „Eigeninteresse“, „Eigennützigkeit“. Das Duden-Fremdwörterbuch beschreibt Egoismus als „Ich-Bezogenheit“, „Ich-Sucht“, „Selbstsucht“, „Eigenliebe“.

 

„Egoismus“ wird meistens abwertend als Synonym für rücksichtsloses Verhalten verwendet und als „unanständig“ beurteilt. Der Begriff beschreibt dann die Haltung, ausschließlich äußerliche persönliche Interessen zu verfolgen ohne Rücksichtnahme auf die Belange oder sogar zu Lasten anderer. Egoismus wird in diesem Zusammenhang als Gegenteil von Altruismus und Solidarität kritisiert, was allerdings nur dann zutrifft, wenn bei der Beurteilung des Handelns der innere Nutzen gar nicht in Betracht gezogen wird.

(Quelle: Wikipedia)

 

Der Umgang mit einem Egoisten ist deshalb so verderblich,

weil die Notwehr uns zwingt, allmählich in seinen Fehler zu verfallen.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

 

Egoismus - Was ist das?

Was bedeutet das? Ist jeder Mensch egoistisch? Gehört Egoismus zu unserem Leben dazu?

 

Diese Fragen haben in meiner Familie eine interessante und recht turbulente Diskussion ins Rollen gebracht. Es ging auch viel um unser Leben, um das was wir schon einmal davon gelesen, gehört oder erlebt haben.

 

Wir haben uns, in diesem Moment, alle ein wenig angegriffen gefühlt. Warum? … Es gibt so viele unterschiedliche Meinungen. Und nicht für jeden hat der Egoismus die gleiche Bedeutung. Meist wurde in der Diskussion, das gesagte mit Beispielen unterstrichen. Und das Kuriose an unserer Diskussion war, wir haben nur negative Beispiele für den Egoismus gefunden. Dabei gibt es doch auch positiven Egoismus. Oder?

 

Hier ein paar Beispiele aus unserer Runde:

 

  • Wenn wir als Autofahrer in eine Autoschlange an einer Ampel stehen und aus einer Nebenstraße möchte ein Transporter rausfahren. Wir, aber sind soweit an unseren Vordermann rangefahren, das keine Lücke mehr da ist, dann kann der Transporter nicht raus. Sind wir dann egoistisch?

 

  • Das Reißverschlussverfahren aus unserem Autofahrer-Leben ist auch so ein schönes Beispiel. Es ist schön wenn es funktioniert und sich jeder daran hält. Aber wehe dem, einer hat es besonders eilig - dann wird Stoßstange an Stoßstange gefahren und gedrängelt.

 

  • Oder wir stehen in einer Runde zusammen und unterhalten uns, was wir alles noch tun wollen bis Weihnachten, bis zu unserer gemeinsamen Weihnachtsfeier. Jeder von uns hat eine bestimmte Aufgabe. Plötzlich kommt es zum Streit! Einer (A) geht das was der Andere (B) macht zu langsam. A greift verbal B an mit Fakten, die A gar nicht wissen kann und B reagiert zu den Vorwürfen nicht. Dann sind die Beiden, doch egoistisch. Oder?

 

Wenn man einmal damit anfängt egoistische Ungerechtigkeiten aufzuzählen, kann man sich so richtig schön in Rage reden. Ich wollte Euch aber nur einen kleinen Einblick in unsere Diskussion geben, die Euch zum Nachdenken anregen soll. An der Stelle kommen zwei Buch-Tipps:

 

Kennt Ihr das Buch:

 

„Die Schule der Egoisten“

von Eric-Emmanuel-Schmitt

 

Inhalt: Ein philosophischer Krimi, der uns mit einem Augenzwinkern bis an die Grenzen des gesunden Menschenverstandes führt.

 

In der Pariser Bibliothèque Nationale entdeckt ein Philosophiestudent einen vergessenen Exzentriker, der im 18. Jahrhundert die Salons eroberte. Womit? Mit philosophischer Unverschämtheit und der Behauptung: „Alles, was ich sehe, höre und anfasse, existiert nur in meiner Vorstellung.“ Wer war dieser Languenhaert? Ein selbstverliebter Narr oder ein großer Philosoph? Was als virtuose Recherche beginnt, endet als turbulente Zeitreise. Geistreich und mit Humor zeigt E.-E. Schmitt wohin der Egoismus führt: in die Abgründe des Selbst.

 

und

    

 „Ein ganzes halbes Jahr“ 

von der Autorin Jojo Moyes

 

In diesem Buch geht es, wie ich finde auch um Egoismus.

Lou hat Ihre Gründe und Überzeugungen und genauso geht es Will.

Zuviel möchte ich nicht verraten.

 

Wenn Ihr mögt, lest die Bücher und bildet Euch Eure eigene Meinung.

Bei der Frage "Ist es Egoismus, wenn ich sage, ich möchte mein eigenes Leben leben?" spalten sich die Gemüter. Bei dem Einen gehört die Frage überhaupt nicht zum Egoismus dazu - das gehört wohl eher zur Selbstverwirklichung!? - So wurde mir dann gesagt.

 

Aber ist Selbstverwirklichung und Egoismus so weit von einander entfernt? 

 

Bei einem Anderen, der hinterfragt die Frage noch. Ist es egoistisch, wenn ich mein Leben lebe, ohne Rücksicht auf Andere? Nur das mache was mir gut tut – egal was mit meiner Familie ist, was sie davon hält? Hauptsache „Ich“!

 

Auf die Frage "Ist es Egoismus, wenn ich sage, ich möchte mein eigenes Leben leben?" werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ausführlicher eingehen. Denn ich denke, das hat einen ganz eigenen Themenpunkt verdient.

 

Wir haben nun einige Punkte zum negativen Egoismus aufgezählt.

 

Es heißt:

Negativ ist es,

wenn wir andere Menschen missbrauchen und zu unserem Vorteil ausnutzen.

 

Nun, habe ich vorhin ja schon erwähnt, dass es auch positiven Egoismus gibt. Und Ihr werdet feststellen, dass wir uns viel schwerer damit tun - Beispiele für den positiven Egoismus zu finden.

 

"Positiver Egoismus" bedeutet, ein gewisses Maß an Egoismus zu besitzen und

die Fähigkeit zu haben, NEIN sagen zu können. 

In dem Buch: „Alle meine Wünsche“ von Gregoire Delacourt wird, so finde ich, unter anderem von positivem Egoismus erzählt. (Im Grunde vereinen sich die beiden Egoismus Arten mit einander.) Aber lest selbst!

Inhalt: Jocelyne, 47, führt einen Kurzwarenladen im nordfranzösischen Arras. Die Kinder sind aus dem Haus und Jocelynes ganze Leidenschaft gilt ihrem Internet-Blog übers Sticken, Nähen und Stricken. Sie liebt ihr kleines Leben, liebt sogar ihren ungehobelten Mann - bis durch einen riesigen Lottogewinn alles aus den Fugen gerät. "Eine große, tief bewegende Parabel über das kleine Glück."

 

 

 

 

 

                                                                               

 

                                                                             

Eine weitere Meinung ist:

 

"Egoismus sollte den Freiraum des Anderen (Partner)

nicht so einschränken.

 

 Kann man diese Aussage zum positiven Egoismus zählen?

 

Brauchen wir positiven Egoismus?

Mögliche  Antworten sind vielleicht:

-für unsere Selbstliebe,

-für unser Selbstvertrauen,

-für unser Selbstbewusstsein,

-vielleicht um uns selber zu achten.

 

Wenn wir uns selber lieben, dann vertrauen wir uns.

Und wenn wir uns vertrauen, dann achten wir uns -

was wiederum unser Selbstbewusstseins stärkt.

 

Wir können sehr wohl auf uns selbst achten, an uns selber und an andere denken. Meinen Sie nicht auch?

 

Egoisten sind wir alle; der eine mehr, der andere weniger.

Der eine lässt seinen Egoismus nackend laufen,

der andere hängt ihm ein Mäntelchen um.

(August von Kotzebue) 

 

Wir wollen unser Leben leben nach unseren Vorstellungen!

Wir führen unser Leben, das wir führen wollen und sagen was wir für richtig halten,

ohne damit einen anderen zu schaden oder andere auszunutzen.

Das ist es doch was wir wollen!?

 

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