Ralf Günther

Der Leibarzt

Historischer Roman

 

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.02.2001

Aktuelle Ausgabe : 13.04.2010

Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag

Flexibler Einband: 446 Seiten

 

1832: In der sächsischen Residenzstadt Dresden wird eine junge Hofschauspielerin nach einem Selbstmordversuch in das Entbindungsinstitut des Hofrats Carus gebracht. Am nächsten Morgen ist sie verschunden und man sagt, die Schande einer Schwangerschaft habe sie in die Elbe getrieben.

 

Vom König selbst wird Carus mit der inoffiziellen Untersuchung des Falles betraut. Einer Untersuchung, deren Ergebnisse nicht die Carus nur allzu gut bekannte Wahrheit ans Licht bringen dürfen – denn er war selbst in die Ereignisse verwickelt und kann die Wahrheit nicht erzählen, ohne sich selbst ans Messer zu liefern.

 

Hauptfigur dieses historischen Romans ist der Hofrat Carl Gustav Carus, Leiter des Dresdner Entbindungs-institutes und Leibarzt des sächsischen Königs. Aus seiner Sicht werden die Geschehnisse berichtet und wie er steht der Leser, der glaubt es nur mit einer Frage der Moral zu tun zu haben, plötzlich vor einem verwirrenden Kriminalfall.

 

Inhalt:


Carl Gustav Carus, der historisch verbürgte Wissenschaftler, hat 1832 in Dresden als Leibarzt des Königshauses eine wichtige Stellung. Sein großer Ehrgeiz ist es, die gefährliche Kaiserschnitt-Operation so zu perfektionieren, dass sie für Mutter und Kind gute Überlebenschancen bietet. Als ihn die schwangere Hofschauspielerin anfleht, sie von der Leibesfrucht zu befreien, lässt sich Carus von seinem Freund, dem Dichter Ludwig Tieck zu einer nächtlichen Operation überreden. Doch die Schauspielerin stirbt und Carus wirft auf Tiecks Anregung hin die Leiche in die Elbe. Bald wird der Leibarzt zum König gerufen, um im Fall der verschwundenen Schauspielerin zu ermitteln. Carus soll nun sich selbst auf die Spur kommen.

 

Die Aktrice, so nannte man früher die Schauspielerinnen, Friederike Mathilde Bernstein wird während einer illustren Zusammenkunft beim ehemaligen Hofdramaturgen Johann Ludwig Tieck, plötzlich ohnmächtig. Der soeben eingetroffene königliche Leibarzt und Leiter der Entbindungsanstalt Carus stellt natürlich fest, das Fräullein ist in besonderen Umständen. Diese stellen sich zum Beispiel so dar, dass sie ihren schwangeren Leib schwer eingebunden hat um die Schwangerschaft zu verbergen. Aha. Währen einer Untersuchung im Institut bittet die Schauspielerin ihn, sie von dem Kinde auf "geeignete" Art und Weise zu befreien.

 

Carus stellt bei der jungen Actrice einen sehr großen Kopf des Kindes fest und fürchtet Komplikationen. Er experimentiert mit Säuen, die er einem Kaiserschnitt unterzieht und danach Sau und Ferkel beobachtet.

 

Etwas später unternimmt die junge Frau einen Selbstmordversuch in der Theatergarderobe. Sie verliert soviel Blut, dass die Hochschwangere in das Entbindungsinstitut gebracht wird. Carus entschließt sich unter Beisein seines Freundes Tieck und dreier französischer Ärzte zum Kaiserschnitt, da er noch Herztöne des Kindes zu hören glaubt. Somit nimmt das Unheil seinen Lauf…

 

Kurz darauf wird die Schauspielerin als Wasserleiche aus der Elbe geborgen. Jedoch ist die Leiche schwer misshandelt wurden. Ein Kaiserschnitt ist nicht mehr festzustellen. Der König beauftragt seinen Medizinalhofrat mit den Ermittlungen, damit das Königshaus entlastet wird… Carus befindet sich in schweren Gewissensnöten… Angestachelt von Tieck, dem dramatisch hochbegabten Fädenzieher im Hintergrund, folgt er immer neuen Fährten und enthüllt ein ganz anderes mögliches Geschehen. Aber was ist die Wahrheit? Was soll er dem König präsentieren? Unter Gewissensqualen entscheidet er sich für eine bewusste Lüge, doch dann macht ihm eine unerwartete Entdeckung klar, dass die Wahrheit immer eine subjektive Geschichte ist.

 

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