Elisabeth Herrmann
Der Schneegänger
Krimi

 

Erschienen: 26. Januar 2015

Verlag Goldmann

448 Seiten

 

Inhalt:

 

Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

 

Story

 

Im Wald findet ein Förster die skelettierte Leiche eines Kindes. Es ist der neunjährige Darijo, der vor vier Jahren offenbar entführt wurde. Seit einem Erpresseranruf fehlte aber jede Spur. Gab es möglicherweise eine Verwechslung? Der Anruf ging nämlich nicht bei den Eltern des Kindes ein, sondern beim Arbeitgeber der Mutter. Lida arbeitete als Haushälterin in der Villa der Millionärsfamilie Reinartz. Inzwischen hat die kroatische Frau ihren ehemaligen Chef geheiratet. Darijos Vater hingegen lebt als Biologe zurückgezogen in den Wäldern Brandenburgs und beschäftigt sich mit der Wiederansiedlung von Wölfen. Hat er etwas mit dem Tod seines Sohnes zu tun?

 

Hauptfigur

 

Sanela Beara, Anfang 20, Polizistin auf dem Weg in den gehobenen Dienst. Die junge Kroatin ist ambitioniert und zuweilen sehr eigensinnig. Eigentlich wird sie zu dem Fall nur hinzugezogen, um den Kontakt zu den kroatischen Eltern des Jungen zu erleichtern. Dann schleust sie sich aber undercover als Dienstmädchen in die Millionärsvilla ein und bringt sich in große Gefahr. 

 

Nebenfigur

 

Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring, Mitte 30. Er war schon vor vier Jahren mit dem Entführungsfall beschäftigt. Jetzt soll er den Mord an dem Jungen aufklären. Er hat mit Sanela Beara bereits zusammengearbeitet. Sie haben sich nicht besonders gut verstanden. 

 

Schauplatz

 

Der eiskalte Winter in Berlin und Brandenburg, dort vor allem die Millionärsvilla und die weite Waldlandschaft. 

 

Härtefaktor

 

Die Stimmung in diesem Buch ist teilweise bedrückend. Nicht nur weil es um den Mord an einem Kind geht. Sowohl Bearas Undercover-Einsatz in der Villa als auch ihre Besuche in der Biologischen Station im Brandenburger Wald sorgen für eine manchmal beklemmende Atmosphäre.

 

Fazit

 

Gesellschaftspolitische Themen mit einer packenden Krimihandlung zu verbinden, das ist längst ein Markenzeichen der Autorin Elisabeth Herrmann geworden. Es ist ihr auch mit dem "Schneegänger" wieder einmal gelungen. Immer wieder prallen Wohlstand und Wildnis aufeinander: Auf der einen Seite das übersättigte Leben in der Millionärsvilla, auf der anderen Seite die ungezähmte Natur der Brandenburger Wälder. Als Leser ist man nie sicher, von welcher Seite die größere Bedrohung ausgeht. Spannend ist es auch, einen Blick in die Parallelwelt der kroatischen Zuwanderer zu werfen. In diesem Mikrokosmos, in dem man einander kennt, versucht die Polizistin Beara mehr über die Familie des ermordeten Jungen zu erfahren.

 

 

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