Racquel J. Palacio

Wunder

Ausgezeichnet mit dem Preis der Jugendjury 2014

 

Verlag: Hanser.

Seitenzahl: 384

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

 

August ist anders. Dennoch wünscht er sich, wie alle Jungen in seinem Alter, kein Außenseiter zu sein. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Er weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist - wie August.

 

Zum Inhalt:

 

„Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt - es ist schlimmer.“

 

August heißt der Ich-Erzähler, ein 10-jähriger Junge, dessen Gesicht von Geburt an entstellt ist und auch durch unzählige Operationen nicht ins Normale gebracht werden konnte. Dies führt dazu, dass er bislang zuhause von der Mutter unterrichtet worden ist und wenig Kontakte hat. Die Familie ist Middle Class und wohnt in Manhattan, die Mutter - Kinderbuchzeichnerin - arbeitet nicht, damit sie sich der Erziehung von August und seiner fünf Jahre älteren Schwester Olivia widmen kann. 


 

August soll nun aber doch eingeschult werden und zwar in die fünfte Klasse einer Middle School, Beecher Prep geheißen. Die Vorstellung beim Schulleiter Mr Pomann geht noch ganz gut, drei Schüler zeigen August die Schule, Charlotte, Jack und Julian. Letzterer ist weniger ‚nett‘ als die anderen und wird sich als sein Gegner herausstellen, während Jack über kurz oder lang sein Freund wird.


 

Die ersten Schultage und Wochen gehen ohne besondere Katastrophen vorbei, August macht sogar Bekanntschaft mit einem netten Mädchen, Summer geheißen, das sich nicht um das Getuschel der anderen zu kümmern scheint. Alles geht gut bis Halloween. In seiner Scream-Verkleidung muss er in der Schule mithören, was die Mitschüler über ihn sprechen, nicht nur von Julian, von dem er es erwartet hatte, aber auch von seinem Sitznachbarn Jack! Das wirft ihn völlig aus der Bahn, er verkriecht sich zuhause und will nicht mehr in die Schule gehen.

 

Er geht dann aber doch wieder hin und erlebt in seinem ersten Schuljahr das ganze Spektrum von Anfeindungen und Spott, aber auch von Zuspruch und Ermutigungen, das mit der Integration eines absoluten Außenseiters zusammenhängt. Um den „Zombie“ herum entsteht ein „Krieg“, in dem es wechselnde Parteiungen für und gegen ihn gibt. Julians Eltern möchten die Aufnahme Augusts in die Schule rückgängig machen, weil dessen Anwesenheit die Kinder unter unerträglichen psychischen Druck setze. August aber übersteht den „Krieg“ und gewinnt nach und nach Freunde und Anerkennung: Zum einen weil er ein guter und hilfreicher Schüler ist, er lässt z.B. seine Hausaufgaben abschreiben; zum anderen weil seine Tapferkeit zunehmend Anerkennung findet.

 

Dabei helfen ihm nicht nur seine sehr fürsorglichen Eltern, sondern auch die ältere Schwester Olivia, deren Freund Justin, auch Olivias Freundin Miranda findet nach anfänglicher Distanzierung ihre Rolle als beste Freundin wieder, und schließlich auch der Sitznachbar Jack, der sich aus dem Dunstkreis der „Angesagten“ zu befreien vermag.

 

Überhaupt geht es unter diesen 10- bis 15-jährigen Schulkids viel um Angesagtsein und zur Gruppe der Angesagten Gehören, aber auch um den eigenen Weg gegenüber den Erwartungshaltungen der Mitschüler und Erwachsenen.

 

Die letzte und größte Mutprobe steht für August im Freizeitlager an, denn er war noch nie von Zuhause weg gewesen. Alles geht gut bis zum letzten Abend, als August und Jack beim Austreten im Wald von einer Gruppe Siebtklässler überrascht und bedroht werden...Genaueres wird hier nicht verraten, nur soviel sei gesagt: Es gibt ein Happy End allergrößten Ausmaßes, das den Leser nicht ungerührt lässt.

 

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