Christoph Bauer

Jetzt stillen wir unseren Hunger

Roman

 

Fischer Verlag, Frankfurt/Main

Erschienen 2001

Taschenbuch, 288 Seiten

 

„Als ich mir heute die Schuhe schnürte und mich für meinen täglichen zweistündigen Spaziergang fertig machte, gab es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass ich schon auf halber Strecke eine Begegnung machen würde, von der ich jetzt in der Nacht, da ich diese Notizen mache, denke, dass sie mein gleichförmiges und in seiner Ereignislosigkeit zufriedenes Leben auf die angenehmste Weise erschüttert hat, und diese Erschütterung ist womöglich nur ein zartes erstes Zittern, verglichen mit dem Beben, das ihr, wie ich hoffe, ja mir jetzt in diesem Moment wie nichts wünsche, noch folgen wird.“

 

Zum Inhalt

 

Es liegt Schnee in Kreuzberg. Tom Weinreich - gewohnheitsmäßiger Junggeselle, Müßiggänger, im Nebenberuf Fachmann für Personennahverkehr - geht am Landwehrkanal spazieren wie jeden Tag, immer denselben Weg, genau zwei Stunden lang. Dabei denkt er Spaziergangsgedanken, jeden Tag einen anderen. Seine größte Sorge ist, dass der Gedanke zu kurz ist für den Weg oder zu lang. Heute jedoch wird sein Gedanke von einer Fremden unterbrochen, die ihn anspricht. Tom weiß sofort: Sie ist die Seelenverwandte, auf die er schon längst nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Er lädt sie zu sich ein, und bei Rotwein, Käse und Brot reden sie über alle Dinge, die das Leben wirklich ausmachen. Sie unterhalten sich den ganzen Tag und die ganze Nacht, über Bonn und Berlin, den Papst und den Zoo und den Friedhof in Kreuzberg, über Aufgeben, Aufstehen und Durchatmen, über ihre Besessenheiten und Merkwürdigkeiten, über Liebe und Glück. Und wie man sonst nur einem Traum verfällt, ergreift Mascha Besitz von Toms Denken und Leben. "Jetzt stillen wir unseren Hunger" ist ein Debüt, in dem es ums Ganze geht: Eine urkomische Tragödie für Leute, die beim Spazierengehen auf Ideen kommen und beim Essen reden, ein Buch für alle Philanthropen, die gerne Tschechow lesen und sich über die Absurditäten des Alltags freuen. Es ist ein böser und ungemein witziger Spaß, ein Traktat gegen Ärgerliches und für Gelassenheit und Hoffnung. Es ist die Erfindung eines Tages und einer langen Nacht mit dem großen verträumten Gespräch und der zärtlichen Liebesgeschichte von Tom und Mascha.

 

"Erstklassig" - Urteilt die Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

"Jetzt stillen wir unseren Hunger" von Christoph Bauer ist ein Debüt, in dem es ums Ganze geht: Eine urkomische, radikal-witzige Tragödie für Leute, die beim Spazierengehen auf bösartige Ideen kommen und beim Essen reden, die Erfindung eines Tages und einer langen Nacht mit dem großen verträumten 
Gespräch und der zärtlichen Liebesgeschichte von Tom und Mascha. 

 

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