Der Schatten des Windes

Der unvergessliche Roman eines

einzigartigen Erzählers –

Carlos Ruiz Zafóns Welterfolg

 

Insel-Verlag

Datum der Erstveröffentlichung: 2001

529 Seiten

 

Als der junge Daniel, an einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 von seinem Vater geführt, den geheimen "Friedhof der Vergessenen Bücher" betritt, ahnt er nicht, dass in diesem unwirklich scheinenden Labyrinth sein Leben eine drastische Wende nehmen wird. Er darf sich ein Buch auswählen, für das er allein die Verantwortung trägt. Das Buch, das er sich greift, Der Schatten des Windes von einem gewissen Julian Carax, wird ihn sein ganzes zukünftiges Leben nicht mehr loslassen. Daniel, der allein mit seinem Vater im grauen Barcelona der Franco-Ära aufwächst, ist fasziniert von der Geschichte, die er liest. Er macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Autor, will wissen, wer dieser Mensch war, was ihm widerfahren ist, warum nur noch so wenige Exemplare seiner Bücher erhalten sind. Was als neugieriges Spiel beginnt, wird rasch zur Bedrohung...

 

Zum Inhalt:

 

Zu Beginn des Sommers 1945 wird der zehnjährige Daniel Sempere Martín von seinem Vater, einem auf Liebhaberausgaben und antiquarische Bücher spezialisierten Buchhändler in Barcelona, zum Friedhof der Vergessenen Bücher geführt, einer geheimnisvollen, labyrinthartigen Bibliothek, die von Isaac Monfort bewacht wird.

 

"Daniel, was du heute sehen wirst, darfst du niemandem erzählen", sagte mein Vater. "Nicht einmal deinem Freund Tomás. Niemandem."
"Auch nicht Mama?", fragte ich mit gedämpfter Stimme.
Mein Vater seufzte hinter seinem traurigen Lächeln, das ihn wie ein Schatten durchs Leben verfolgte.
"Aber natürlich", antwortete er gedrückt. "Vor ihr haben wir keine Geheimnisse. Ihr darfst du alles erzählen."
Kurz nach dem Bürgerkrieg hatte eine aufkeimende Cholera meine Mutter dahingerafft. An meinem vierten Geburtstag beerdigten wir sie auf dem Friedhof des Montjuïc. Ich weiß nur noch, dass es den ganzen Tag und die ganze Nacht regnete und dass meinem Vater, als ich ihn fragte, ob der Himmel weine, bei der Antwort die Stimme versagte. Sechs Jahre später war die Abwesenheit meiner Mutter für mich noch immer eine Sinnestäuschung, eine schreiende Stille, die ich noch nicht mit Worten zum Verstummen zu bringen gelernt hatte.

 

Bei seinem ersten Besuch im Friedhof der Vergessenen Bücher darf Daniel sich einem Brauch gemäß selbst ein Buch aussuchen, für das er sich dann allerdings sein ganzes Leben lang verantwortlich fühlen muss. Er wählt einen Roman des unbekannten Autors Julián Carax mit dem Titel "Der Schatten des Windes", und zwar eines der 2500 im Dezember 1935 von Cabestany Editores in Barcelona gedruckten Exemplare. Die Originalausgabe war einen Monat davor bei Galliano & Neuval in Paris erschienen. Beim Lesen zieht das Buch Daniel sofort in seinen Bann.

 

Der Roman erzählte die Geschichte eines Mannes auf der Suche nach seinem richtigen Vater, den er nie kennen gelernt hatte und von dem er nur Dank der letzten Worte erfuhr, die seine Mutter auf dem Totenbett sprach. Die Geschichte dieser Suche wurde zu einer rastlosen Odyssee, auf der der Protagonist darum kämpfte, eine verlorene Kindheit und Jugend wiederzufinden, auf der man langsam den Schatten einer verfluchten Liebe entdeckte, deren Erinnerung ihn bis ans Ende seiner Tage verfolgen sollte.

 

Beim Friedhof der Vergessenen Bücher denkt man zunächst an Fantasy; "Der Schatten des Windes" ist aber kein Märchen, sondern eine souverän erzählte spannende und komplexe Mischung aus Thriller und Abenteuerroman.


Die spanischen Buchhändler erkoren "Der Schatten des Windes" zum "Roman des Jahres 2002".

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